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"Diese subtile Politlyrik ist eine existenziell engagierte Alltagslyrik, die vor nichts Halt macht, noch nicht einmal vor Religion und Spiritualität: (...) Tanja Lulu Play Nerd ist der Prototyp einer aufmüpfigen Dichterin, wie sie von der Presse seit Jahren vermisst wird: im Sommer 2017 diskutierte die Lyrikszene noch über den Mangel an starken Frauen (es gibt einige wenige, aber sie werden zu wenig beachtet!), an starken Gedichten von weiblichen Agitatoren - hier sind sie! (...) Das sind keine Blümchengedanken fürs Poesiealbum. Hier ist jemand BERÜHRT, ohne billige Betroffenheitslyrik zu fabrizieren. Und das ist darüber hinaus auch das Gegenteil von der Gemüsedichtung der Preisträger, die der zeitgenössischen Lyrik zu ihrem harmlosen Ruf als schöngeistiger Beschäftigungstherapie verhelfen. Es ist BERÜHRTHEITSLYRIK, Weltlyrik mit existenziellem Tiefgang! (...) Das ist eine mutige, zynische, radikale, und dabei poetisch sensible, stilvolle Dichtung, die das Leben an sich als parteiloses Heiligtum bejubelt und dabei abgrundtief ausspricht, wie bescheuert der Mensch ist, der seine eigene Welt mit seiner kaputten Seele zerstört. (...) Ihre Gedanken sind ohrenbetäubend DIREKT, ihre poetische Umsetzung weist zart in die Wunden der Welt bohrende Töne auf. Ich kann nur in die Szenekritik der Presse einstimmen: Mehr (solcher) Dichterinnen braucht das Land!"

Tom de Toys (G&GN-INSTITUT), am 3. April 2018 in seiner Rezension:

"Brutale Berührtheit statt betroffener Blümchenlyrik" (für Amazon)

spirituelle verwahrlosung

(safari-satsang statt satori)

an diesem heiligen heutigen tage an dem das sensible sonnenlicht

derart entspannt auf der haut liegt als wäre die ganze natur nur ein film

auf der leere eine patina über dem nichts das uns im tode auflauert

erklingen die kirchenglocken ganz gleich welcher religion nur wie

der blanke hohn der kulturen die hilflos bemüht sind das leben zu

definieren anstatt es mit eigenen fühlern zu fühlen und laut durch

die gegend zu schreien: hier ist es! das leben das einzige wahre

das greatest gift of no god but itself mister trump and miss merkel

you gotta get in to get ooohuuut aber die schöpfung ist im 21.jhd

so erschöpft wie noch nie buddha zeigt dir seinen erleuchteten

stinkefinger beim meditieren die kinder verweilen in der sozialen

verwahrungsanstalt bis sie diesen letzten allerletzten bissen in sich

hinein würgen und beten daß mama sie abholt und diesen schmerz

wegschmust aber sie kommt nicht sie schafft das geld für die erlösung

(die nie kommt) in der ferne an und lässt grüße bestellen in einer sprache

die der erzieher in rituale übersetzt die wir das ganze verfluchte leben

lang wiederholen in form von vollendeten nie hinterfragten beziehungs-

desastern wer sich trotzdem sucht geht auf safari denn nashörner

sind leichter zu töten als buddha satori passiert selbst dem papst

nicht vor weihnachten der letzte tiger bucht einen satsang bei alten

elefanten mit heiligemschein aus herumschwirrenden bienen jetzt

ist die weltlage durchschaubar die sonne scheint DURCH diesen

körper HINDURCH als wäre da gar kein hindernis zu überwinden

an diesem heiligen heutigen tage wünsche ich mir kleine wunder

verteilt auf den ganzen planet aber wer bin ich und wo sollte ich

DAS schon beantragen! denn alle büros haben geschlossen es ist

ein besonderer feiertag: der erste welttag des weltuntergangs

doppelsarg

gut sichtbare regentropfen

die gerne schneeflocken wären

verfangen sich sanft plätschernd im nebel

der kahlen bäume wie damals als großmutter

mir warmes essen nach draußen reichte damit

ich das spielen nicht unterbrechen brauchte

doch heute bin ich nicht mehr alleine und

einsam und wohlbehütet denn du hast mich

wiedergefunden und dein gesicht deine stimme

dein blick deine haut deine lebensfreude und alles

was mich an dir so berührt daß sich das wetter

in meinen augen verfängt wärmt meine seele

macht mich melancholisch und zu einer ganz

schlechten dichterin ich habe mir all diese großen

vokabeln verboten aber es IST liebe und dankbarkeit

und der verfluchte ersatz für das göttliche denn

wir werden nicht immer so zärtlich sein nein

der tod ist noch immer das einzige unvermeidbare

das uns irgendwann trennt - aber wen trennt es?

wer sind wir? im tode bleibt nichts! darum bin ich

der glücklichste UND der traurigste mensch den

die liebe je fand mein gehirn hat sich das urteilen

zwar abgewöhnt aber mein herz, ja mein herz:

das gehört dir. kannst du es spüren: mein

knöcherner händedruck soll es dir sagen,

wenn keine andere möglichkeit bleibt...

Jimdo

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